Fälle aus der Praxis

Diagnose an konkreten Beispielen.

Symptome, Messungen, festgestellte Ursache und Ergebnis der Werkstattarbeit.

№ 3

Mercedes-Benz S-Klasse W223 — keine Verbindung zwischen MBUX und dem Fond-Tablet wegen inkompatibler Softwareversionen

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Modell

Mercedes-Benz S-Klasse

Baureihe / Baujahr

W223

System

MBUX Multimediasystem: Hauptgerät und Fond-Entertainment-System

Symptome

Das Fond-Tablet des Entertainment-Systems konnte sich nicht mit dem MBUX des Fahrzeugs verbinden; die entsprechenden Funktionen waren nicht verfügbar. Bei der Prüfung wurde festgestellt, dass das Tablet ein automatisches Softwareupdate erhalten hatte, während das MBUX Hauptgerät weiterhin mit einer älteren Softwareversion arbeitete. Die unterschiedlichen Softwareversionen störten die Kommunikation zwischen MBUX und dem Fond-Tablet.

Fehlercodes und Messungen

Mit XENTRY Diagnosis wurden MBUX und die vorhandenen Softwareversionen geprüft. Für das MBUX Hauptgerät war eine neuere Softwareversion verfügbar. XENTRY veranschlagte für deren Installation eine Programmierdauer von ungefähr drei Stunden. Bei der Vorbereitung führte XENTRY weitere Symptome auf, die mit diesem Update behoben werden: Störungen von Apple CarPlay, Android Auto und Bluetooth Audio Streaming; Ungenauigkeiten bei Navigation und Fahrzeugpositionierung; Fehler bei der Kartendarstellung; Probleme mit dem Bild und einzelnen Anzeigeelementen; fehlende Menüpunkte; Probleme mit Internetdiensten und Datenträgern sowie weitere Funktionsstörungen des Multimediasystems. Diese zusätzlichen Symptome waren bei diesem Fahrzeug nicht die konkrete Beanstandung, sondern gehörten zu den Problemen, die die neue Softwareversion beheben soll.

Festgestellte Ursache

Die fehlende Verbindung des Fond-Tablets zu MBUX wurde durch inkompatible Softwareversionen der beiden Systeme verursacht. Nach dem automatischen Update des Tablets war dessen Software nicht mehr mit der älteren Version im MBUX Hauptgerät kompatibel.

Durchgeführte Reparatur

Das MBUX Hauptgerät wurde mit Mercedes-Benz XENTRY Diagnosis programmiert und auf die neue Softwareversion aktualisiert. Nach Abschluss der Programmierung wurde die Kommunikation zwischen MBUX und dem Fond-Tablet erneut geprüft.

Ergebnis

Nach dem MBUX Update waren die Softwareversionen wieder kompatibel. Die Verbindung zwischen MBUX und dem Fond-Tablet wurde wiederhergestellt; das Fond-Entertainment-System funktionierte ordnungsgemäß.

№ 2

Mercedes-Benz S 500 W222 — Ladespannung über 16 V durch defekten Generatorregler

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Modell

Mercedes-Benz S 500

Baureihe / Baujahr

W222 / 2014

System

Ladesystem: Generator, Spannungsregler und Steuerleitung zum Generator

Symptome

Die Batteriewarnleuchte leuchtete. Bei der Diagnose wurde ein Fehler für einen zu hohen Innenwiderstand der Batterie festgestellt. Nach dem Motorstart lag die Ladespannung zunächst im normalen Bereich, stieg später jedoch zeitweise über 16 V.

Fehlercodes und Messungen

Gespeicherter Fehler B14F4500: Widerstand der Starterbatterie zu hoch. Nach dem Start war die Ladespannung zunächst normal und überschritt später zeitweise 16 V. Das LIN-Signal an der Generatorsteuerleitung wurde mit einem Oszilloskop gemessen und aufgezeichnet. Die Messungen zeigten, dass die Ursache im fehlerhaften Spannungsregler lag, nicht in der Batterie.

Festgestellte Ursache

Ein Defekt des Generatorspannungsreglers verursachte zeitweises Überladen. Infolge der falschen Ladespannung wurde ein irreführender Fehler für einen zu hohen Batterieinnenwiderstand gespeichert.

Durchgeführte Reparatur

Der Generator wurde ausgebaut und repariert. Nach Beseitigung des Reglerfehlers wurde er wieder eingebaut. Anschließend wurde das Ladesystem bei unterschiedlichen Betriebszuständen und elektrischen Lasten geprüft.

Ergebnis

Die Ladespannung lag wieder im normalen Betriebsbereich. Das zeitweise Überladen über 16 V war beseitigt, die Batteriewarnleuchte blieb aus und das Ladesystem arbeitete korrekt.

№ 1

Korrodierte hintere Radarsensoren stören CAN-Kommunikation und automatische Lichtsteuerung

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Modell

Mercedes-Benz E 350 CDI

Baureihe / Baujahr

W212 / 2012

System

CAN-Kommunikationsnetz: Multifunktionskamera, vorderes SAM, Scheinwerfersteuergeräte, Kombiinstrument und hintere Radarsensoren

Symptome

Die automatische Steuerung und Umschaltung der Beleuchtung funktionierte nicht; im Kombiinstrument erschien eine Warnmeldung. Die Diagnose zeigte gestörte Kommunikation zwischen Multifunktionskamera, zentralem Gateway, beiden vorderen Scheinwerfersteuergeräten und Kombiinstrument.

Fehlercodes und Messungen

Aktive und gespeicherte Fehler: U103788 — vordere CAN-Kommunikation gestört, Bus abgeschaltet; U103712 — vordere CAN-Kommunikation gestört, Kurzschluss nach Plus; C14687 — Kommunikation zwischen Multifunktionskamera und zentralem Gateway gestört; C14682 — ungültige CAN-Nachricht vom zentralen Gateway N93 an die Multifunktionskamera; U118A00 — Kommunikation mit dem linken Leuchtweitensteuergerät gestört; U118B00 — Kommunikation mit dem rechten Leuchtweitensteuergerät gestört. CAN High und CAN Low wurden am Stecker des vorderen SAM in Richtung des linken Scheinwerfers oszilloskopisch geprüft. Vor dem Einschalten der Zündung waren beide Signale normal. Bei eingeschalteter Zündung stiegen die Leitungsspannungen deutlich über den zulässigen Bereich; die Kommunikation fiel aus. Die Messungen bestätigten einen Kurzschluss nach Plus im CAN-Netz.

Festgestellte Ursache

Die schrittweise Prüfung ergab, dass Kamera, vorderes SAM, Scheinwerfersteuergeräte und Verkabelung ordnungsgemäß funktionierten. Die Untersuchung der Netzwerktopologie zeigte, dass die hinteren Radarsensoren am selben CAN-Netz angeschlossen waren. Beide Sensoren im hinteren Stoßfänger waren stark korrodiert. Bei eingeschalteter Zündung verursachte ihr interner Defekt einen Kurzschluss nach Plus und erhöhte CAN-Spannungen. Dadurch entstanden scheinbare Fehler an Kamera, Scheinwerfern, SAM und Kombiinstrument.

Durchgeführte Reparatur

Zur Bestätigung und Beseitigung der Kommunikationsstörung wurden beide stark korrodierten hinteren Radarsensoren vom CAN-Netz getrennt und isoliert. Anschließend wurden Diagnose und Oszilloskopprüfung von CAN High und CAN Low wiederholt. Der Kunde wurde über den erforderlichen Austausch der defekten Sensoren informiert und entschied sich für einen späteren Austausch.

Ergebnis

Nach der Trennung der defekten Sensoren normalisierten sich Spannung und Signalform von CAN High und CAN Low. Die Kommunikation zwischen Kamera, Gateway, vorderem SAM, Scheinwerfersteuergeräten und Kombiinstrument war wiederhergestellt; die automatische Beleuchtung funktionierte wieder. Funktionen, die von den hinteren Radarsensoren abhängen, bleiben bis zu deren Austausch nicht verfügbar.